FOTOGRAFIE
Ich solidarisiere mich...
Autor: Sascha RhekerDominik Schlütter schrieb:
> Hallo,
>
> Sascha Rheker schrieb:
>
>
>>An genau das Zitat auch dachte ich als ich es geschrieben habe.
>
>
> Das hinkt aber als Vergelich ganz gewaltig, denn Toleranz ist nicht das
> Selbe wie Gleichgültigkeit. Wenn du glaubst, Toleranz sei
verzichtbar,
> weil sie dich "schwach" macht, dann hast du da IMHO das Prinzip
der
> Toleranz nicht so ganz verstanden.
>
Ich denke Du hast nicht ganz verstanden, was ich geschrieben hatte, denn
ich schrieb ja auf dem Niemöllerzitat aufbauend:
Wir werden wohl solange tolerant sein, bis es uns nicht mehr gibt, weil
andere intolerant waren...
Ich habe also nicht Toleranz per se abgelehnt, mir aber erlaubt darauf
hinzuweisen, daß undifferenzierte, kritiklose und allumfassende
Toleranz, das Ende der Lebensumstände sein kann, welche die Toleranz
erst möglich machen.
Toleranz ist etwas, das nur äußerst begrenzt einseitig funktioniert.
SASCHA
Ich solidarisiere mich...
Autor: Sascha Rheker
Ich solidarisiere mich...
Autor: Sascha RhekerFrank Kemper schrieb:
> Stell Dir mal vor, wir müssten die Regeln unserer Gesellschaft an die
> Regeln aller anderen Gesellschaften anpassen. Wie soll das denn
> gehen?
Geht garnicht, denn die hier vorgetragenen Toleranz ist doch nicht viel
mehr als Feigheit.
Und wie sollte man sich dann entscheiden, wenn die einen Terroristen für
den Gottestaat mit verhüllten Frauen als Untermenschen und die anderen
Terroristen für FKK und tägliche Gruppensexrituale zu Ehren der
Urmutter
wären?
Halten wir uns an die Terroristen mit den schlimmeren Waffen oder lieber
gleich an unsere eigenen Werte?
Man muß sich, auch angesichts der geplanten Gesinnungstests für
Neubürger, mal fragen, was uns den unsere Werte und unsere Freiheit wert
sind, wenn wir sie sobald irgendwo eine Fahne brennt feige aufgeben?
SASCHA
Ich solidarisiere mich...
Autor: "Reiner Schischke :-)"Sascha Rheker schrieb:
> Toleranz ist etwas, das nur äußerst begrenzt einseitig
funktioniert.
Tolerieren kann man auch jeden Trottel. Es geht wohl eher um Respekt und
der fällt gegenüber Trotteln schwer.
--
"Ich bin so tolerant, ich reiche jedem Arsch die Hand" Herman van
Veen
Ich solidarisiere mich...
Autor: Philipp ReichmuthReiner Schischke :-) wrote:
>> Du weißt aber schon, daß Pim Fortuyn von einem *militanten
>> Tierschützer* umgebracht wurde? Steht im übrigen auch auf
der von dir
>> zitierten Seite.
>
> Es tut mir Leid, dass ich in der Diskussion die Namen durcheinander
> brachte. Ich meinte natürlich nicht Pim Fortuyn, sondern Theo van
Gogh
> <http://de.wikipedia.org/wiki/Theo van Gogh>.
OK, da ist dann auch der Zusammenhang mit militanten Islamisten da.
Wenn wir allerdings jeden durchgeknallten Mörder stellvertretend für
seine geistige Grundhaltung ansehen, können wir die Schleyer-Ermordung
auch "angewandte politische Linke" und die von Pim Fortuyn auch
"angewandten Tierschutz" nennen. M.E. ist das keine sinnvolle
Betrachtungsweise.
Philipp
Ich solidarisiere mich...
Autor: Philipp ReichmuthSascha Rheker wrote:
> Ich denke Du hast nicht ganz verstanden, was ich geschrieben hatte, denn
> ich schrieb ja auf dem Niemöllerzitat aufbauend:
>
> Wir werden wohl solange tolerant sein, bis es uns nicht mehr gibt, weil
> andere intolerant waren...
>
> Ich habe also nicht Toleranz per se abgelehnt, mir aber erlaubt darauf
> hinzuweisen, daß undifferenzierte, kritiklose und allumfassende
> Toleranz, das Ende der Lebensumstände sein kann, welche die Toleranz
> erst möglich machen.
Ich verstehe immer noch nicht, wie du aus Niemöllers Aufforderung zur
Zivilcourage im Angesicht staatlicher intoleranter Willkür darauf
kommst, mit der Toleranz solle man es doch bitte nicht übertreiben.
Klassisches Beispiel dafür, wie ein Zitat dadurch entwertet wird,
daß
man es inflationär gebraucht, egal ob es paßt oder nicht. Dabei
hätte
es durchaus passendere Texte in die Richtung gegeben, etwa Poppers "Die
offene Gesellschaft und ihre Feinde" mit seiner Losung "Keine
Toleranz
den Intoleranten" (und den damit verbundenen Problemen).
Philipp
Ich solidarisiere mich...
Autor: Sascha RhekerPhilipp Reichmuth schrieb:
> Sascha Rheker wrote:
>
>>> Man kann nicht einerseits hochsensibel auf daenische Zeichnungen
>>> reagieren und andererseits jahrelang still bleiben, wenn
Terroristen
>>> den Namen Gottes fuer ihre Zwecke missbrauchen.
>>>
>> Zumal man doch bitte wesentlich sensibler sein sollte, wenn
"jemand
>> aus dem eigenen Laden aus der Rolle fällt" und im Namen der
eigenen
>> Religion mordet.
>>
>> Was soll man da sagen, wenn die Mitglieder dieser
>> Religionsgemeinschaft selber nichts sagen?
>
>
> Sascha, gerade von jemandem, der journalistisch tätig ist, hätte
ich
> etwas mehr Bereitschaft erwartet, dich zu informieren, bevor du
> derartige Statements von dir gibst.
>
> Ich hab jetzt, wo ich ohnehin schon mal dabei war, dir nur mal ein paar
> Ausschnitte rausgesucht. Für alles Weitere kannst du ja Google
bemühen:
>
> Zentralrat 7.7.2005 über London: "Wer immer die
Hintermänner dieser
> blutigen Tat sind, im Islam können sie keine Rechtfertigung für
ihre Tat
> finden. Wer sich des Terrorismus, der Gewalt und Ermordung unschuldiger
> Zivilisten als politisches Mittel bedient, kann sich nicht auf den Islam
> berufen."
>
Gerade wenn man journalistisch tätig ist sollte man solche Dinge
hinterfragen, so wie man sich auch immer fragen sollte, warum darf ich
etwas fotografieren und was darf ich im Umkehrschluß nicht fotografieren.
Frage 1: Warum sagt jemand etwas und wem nutzt diese Aussage?
Cui bono? (Wem nutzt es?) ist die spannendste Fragestellung die mir im
Studium begegnet ist.
Frage 2: Wen representiert er denn überhaupt und auf welcher Basis?
Frage 3: Welche Bedeutung hat denn eine Aussagen irgendeiner
Organisation für die Moslems in einem Land? Welche für die
Täter?
Frage 4: Welchen Einfluß hat denn irgendeine Organisation wirklich auf
die Moslems in einem Land? Welchen auf die Täter?
Ich kann mich da noch ganz gut an eine PK einer gemäßigten
englischen
Moslemorganisation erinnern, die kurzerhand von bärtigen Predigern einer
nahen Mosche gewaltsam beendet wurde und ich weiß auch noch welche
Volksfeste z.B. im Gazastreifen in folge des 11. Septembers gefeiert
wurden und ich hab auch in D jede Menge Moslems gefunden, die den
11.September richtig klasse fanden.
Ich weiß auch noch, daß sich die moslemischen Verbände
weltweit nach
Anschlägen immer ziemliche Sorgen wegen Racheakten machten.
Und eine Presserklärung irgendwelcher Islamräte ist für mich
nicht
ausreichend um zu glauben, daß alle Moslems in Deutschland die besagten
Attentate unmenschlich und falsch fanden.
SASCHA
Ich solidarisiere mich...
Autor: Sascha RhekerPhilipp Reichmuth schrieb:
> Falk Duebbert wrote:
>
>> Warum zögern die islamischen Organisationen hierzulande immer so
lange
>> sich von Terroranschlägen oder Mordaufrufen zu distanzieren?
>
>
> Tun sie das?
>
> Mach dir mal die Mühe und schau mal nach. Willst du dich
darüber
> beklagen, daß z.B. der Zentralrat der Muslime (nur weil ich deren
> Pressemitteilungsseite gerade offen habe) lange braucht:
>
> - beim 11. September fünf Tage (da war die al-Qaida-Urheberschaft
nicht
> sofort klar),
Na, da haben sie in Palästina, und nicht nur da, aber deutlich schneller
angefangen in den Straßen zu tanzen.
> - nach Madrid dreizehn Tage (wobei da die Regierung erst selbst von
> einem ETA-Anschlag redete und es eine Weile dauerte, bis offiziell war,
> daß es Islamisten waren),
> - und nach London, wo es sofort klar war, immerhin flotte null Tage?
>
Ja, aber was heißt denn das? Meinst Du die würden sich offen zu
solchen
Anschlägen bekennen, wenn sie die gut fänden?* Dann wäre ihre
Organisation morgen verboten, das Geld weg und sie hätten ein Problem.
Abgesehen davon, daß man mal die Frage aufwerfen muß, in wie weit
solche
Organisationen denn "die Moslems in Europa/einem Land"
repräsentieren.
Eugen Drewermann repräsentiert ja nun genausowenig "die
Christenheit",
wie der Leiter des Opus Dei das tut.
SASCHA
*So naiv fragen übrigens diese Einbürgerungsfragebögen.
Ich solidarisiere mich...
Autor: "Reiner Schischke :-)"Philipp Reichmuth schrieb:
> Wenn wir allerdings jeden durchgeknallten Mörder stellvertretend
für
> seine geistige Grundhaltung ansehen, können wir die
Schleyer-Ermordung
> auch "angewandte politische Linke" und die von Pim Fortuyn auch
> "angewandten Tierschutz" nennen. M.E. ist das keine sinnvolle
> Betrachtungsweise.
Daccord, bei durchgeknallten Mördern hilft keine Strategie. Allerdings
hatte Theo van Gogh ja nicht aus einem ideologischen Vacuum heraus
agiert. Genau so wenig, wie der Mörder Jitzchak Rabins.
Und Salman Rushdie versteckte sich sicher nicht freiwillig seit 1989 vor
der Fatwa Ayatollah Khomeinis. Ich möchte jetzt nicht Chefredakteur der
Jyllands-Posten sein.
Übrigens, wenn es uns so leicht fallen sollte, angewandte Gebräuche
in
islamischen Ländern zu kritisieren, weil sie aus unserer kulturellen
Sicht verachtend und falsch sind, sollten wir auch mal deren Kritik an
unserer Moral vor Augen führen, welche es zulässt, dass immer noch
Heerscharen christlicher junger und alter Männer nach Thailand und
Umgebung reisen. um dort ihrem Triebstau durch den Verbrauch
Minderjähriger Abhilfe zu leisten.
--
"Es ist schon alles gesagt! Nur noch nicht von allen!" Karl Valentin