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Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: Ulrich WitteMoin,
ich habe hier eine schnuckelige Korelle 4x6,5 von 1932
mit einem F.Deckel-Compur-Verschluß. Die Zeiten liefen
alle gut - bis ich den Selbstauslöser ausprobieren wollte.
Nun klemmt anscheinend das Selbstauslöserwerk, die Kamera
ist gespannt, ich habe sie ausgelöst, aber nichts rührt
sich ... Ich nehme mal an, der Mechanismus ist einfach
nur verdreckt oder verharzt, die langen Zeiten liefen
anfangs auch nicht richtig.
Ein paar Fragen habe ich nun:
- Wie bekomme ich den Verschluß geöffnet, um mal einen
Blick hineinzuwerfen? Es sieht aus, als ob ich das Objektiv
abnehmen müßte, eigentlich können sich nur dahinter noch
Schrauben o.ä. befinden, vorne sind keine zu erkennen.
- Der Verschluß ist gespannt. Wenn ich ihn öffne, besteht
irgendeine Gefahr, daß mir der ganze Mechanismus dann um
die Ohren fliegt und diverse Federn im Teppich verschwinden?
Oder bleibt das alles an seinem Platz?
- Angenommen, er ist offen, was dann? Woran erkenne ich
das Hemmwerk des Selbstauslösers? Eins für die langen
Zeiten muß es ja auch noch geben. Soll ich dann mal
versuchen, Waschbenzin ins Hemmwerk zu träufeln? Wer hat
so einen Compur-Verschluß schon mal geöffnet und kann
mir da ein paar Hinweise geben?
Ich habe schon gesehen, daß es tatsächlich noch 127er-Film
gibt und hatte eigentlich mal vor, irgendwann einen Film
in die Kamera zu stecken. Oder soll ich sie kaputt in den
Schrank stellen ;-)
Praktische Erfahrung vom Russinnen-Zerlegen und Werkzeug
habe ich, aber einen Compur habe ich mir noch nicht angetan.
Ulrich
--
http://fotos.cconin.de
Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: ulrich engel
Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: ulrich engelUlrich Witte schrieb:
Ich nehme mal an, der Mechanismus ist einfach
> nur verdreckt oder verharzt, die langen Zeiten liefen
> anfangs auch nicht richtig.
Nimm mal erst die Abkürzung. Je nach Bauweise drück vorsichtig gegen
den
Spannhebel des Vorlaufwerks. Das kann ein (meist roter) Extrahebel sein
oder der Spannhebel für die Zeiten, wenn er über eine Sperre hinaus
geschoben wird. Man kann denen in Fahrtrichtung mit dem Finger nachhelfen.
>
> Ein paar Fragen habe ich nun:
> - Wie bekomme ich den Verschluß geöffnet, um mal einen
> Blick hineinzuwerfen? Es sieht aus, als ob ich das Objektiv
> abnehmen müßte, eigentlich können sich nur dahinter noch
> Schrauben o.ä. befinden, vorne sind keine zu erkennen.
Normalerweise ist hinter der Frontlinse ein arretierter Spannring rund
um das Gewinderohr. Der muss ab, dann geht auch das Frontblech ab.
> - Der Verschluß ist gespannt. Wenn ich ihn öffne, besteht
> irgendeine Gefahr, daß mir der ganze Mechanismus dann um
> die Ohren fliegt und diverse Federn im Teppich verschwinden?
> Oder bleibt das alles an seinem Platz?
Das bleibt an seinem Platz. Du nimmst ein Deckblech und idR. einen
Stellring ab. Ohne diesen Stellring sollte 1 sec. laufen.
> - Angenommen, er ist offen, was dann? Woran erkenne ich
> das Hemmwerk des Selbstauslösers? Eins für die langen
> Zeiten muß es ja auch noch geben.
Wer FED kann, kann auch Compur. Du siehst das. Der Vorlauf wird von
einer rel. massiven Feder gezogen. Die langen Zeiten werden direkt vom
Knie des Spannhebels geküsst. Dabei bewegt sich ein Fühlhebel einmal
von
innen nach außen.
Soll ich dann mal
> versuchen, Waschbenzin ins Hemmwerk zu träufeln? Wer hat
> so einen Compur-Verschluß schon mal geöffnet und kann
> mir da ein paar Hinweise geben?
Da hat jeder sein Patentrezept. Benzin in kleinen Mengen ist ok und
reicht oft schon. Viele von uns glauben an die segensreiche Wirkung von
Waffen-/Uhren-/Silikon-/Kriechöl/Graphit/Spucke/... Das aber
möglichst
erst 24h nach dem Benzin.
>
> Ich habe schon gesehen, daß es tatsächlich noch 127er-Film
> gibt und hatte eigentlich mal vor, irgendwann einen Film
> in die Kamera zu stecken. Oder soll ich sie kaputt in den
> Schrank stellen ;-)
Es gibt ihn tatsächlich wieder, sogar in Farbe.
>
> Praktische Erfahrung vom Russinnen-Zerlegen und Werkzeug
> habe ich, aber einen Compur habe ich mir noch nicht angetan.
S.o. Der ist einfacher. Versuch halt bloß nicht, ihn weiter zu zerlegen.
Das bringt nix außer viele kleine Federchen.
mfg u.e.
Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: "Eugen Mezei"Ulrich Witte schrieb:
> Moin,
>
> ich habe hier eine schnuckelige Korelle 4x6,5 von 1932
> mit einem F.Deckel-Compur-Verschlu
Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: Ulrich WitteEugen Mezei am 02 Aug 2006:
> rumzuspielen. Ganz vorsichtig und ohne Kraft. Nur so ein bissl dran
> rütteln, dann geht er wieder.
> Ich weiß nicht woran es liegt, irgendwas verhackt sich.
Das Rütteln bringt leider nix bisher.
> Du kriegst das aber ohne auseinanderbau wieder los, lass es evtl. ein
> paar Tage liegen und dann wieder probieren. Danach dann auf den
> Selbstauslöser verzichten.
Das wird wohl die beste Idee sein, wenn ich ihn wieder zum Laufen
bekommen habe.
Ulrich
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Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: Ulrich Witteulrich engel am 02 Aug 2006:
> Ulrich Witte schrieb:
> Ich nehme mal an, der Mechanismus ist einfach
>> nur verdreckt oder verharzt, die langen Zeiten liefen
>> anfangs auch nicht richtig.
>
> Nimm mal erst die Abkürzung. Je nach Bauweise drück vorsichtig
gegen den
> Spannhebel des Vorlaufwerks. Das kann ein (meist roter) Extrahebel sein
> oder der Spannhebel für die Zeiten, wenn er über eine Sperre
hinaus
> geschoben wird. Man kann denen in Fahrtrichtung mit dem Finger nachhelfen.
Ja, habe ich versucht, aber es bewegt sich keinen Millimeter.
> Normalerweise ist hinter der Frontlinse ein arretierter Spannring rund
> um das Gewinderohr. Der muss ab, dann geht auch das Frontblech ab.
Ok, habe ich gefunden, sitzt bombenfest... ich appliziere mal
ein wenig Kriechöl und sehe dann weiter.
>> - Angenommen, er ist offen, was dann? Woran erkenne ich
>> das Hemmwerk des Selbstauslösers? Eins für die langen
>> Zeiten muß es ja auch noch geben.
>
> Wer FED kann, kann auch Compur.
:-)
> Du siehst das. Der Vorlauf wird von
> einer rel. massiven Feder gezogen. Die langen Zeiten werden direkt vom
> Knie des Spannhebels geküsst. Dabei bewegt sich ein Fühlhebel
einmal von
> innen nach außen.
Mittlerweile habe ich im Netz Fotos von diversen offenen
Compuren gefunden. Der Selbstauslöser scheint direkt hinterm
Auslösehebel zu sitzen. Ich könnte ja mal versuchen, dort mit
einer Spritze etwas Benzin zu applizieren, ein kleiner Spalt
zwischen Auslöser und Gehäuse ist ja vorhanden.
>> Praktische Erfahrung vom Russinnen-Zerlegen und Werkzeug
>> habe ich, aber einen Compur habe ich mir noch nicht angetan.
>
> S.o. Der ist einfacher. Versuch halt bloß nicht, ihn weiter zu
zerlegen.
> Das bringt nix außer viele kleine Federchen.
Gut :-)
Mittlerweile habe ich noch 2 weitere Baustellen aufgemacht (man
braucht ja Abwechsung...), eine Kiev 60 mit langen Zeiten, die
wie 1/60 laufen, und ein Kaleinar 2,8/150 mit toter Springblende
warten auch noch auf mich :-) Gerade die Kiev macht einen recht
komplizierten Eindruck unter ihrem Deckel.
Ulrich
--
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Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: ulrich engelUlrich Witte schrieb:
> Ja, habe ich versucht, aber es bewegt sich keinen Millimeter.
Dann kommen jetzt die hardcore Methoden; wahlweise einzeln oder kombiniert:
a) aufheizen. Wohltemperierter Backofen, Heizkörper, bis letzte Woche
Tisch in der Sonne ... nicht Mikrowelle. Funktioniert ähnlich wie bei
Objektiven, der Siff wird aufgeweicht.
b) Benzin in den Schlitz, in dem sich der Spannhebel bewegt (oder
bewegen soll). Ich kann am besten mit einem Pinsel max. 0-1 dosieren.
Spritze dürfte zu leicht zu viel abgeben. Dann sitzt das Zeuch auf den
Lamellen, Rest kannste dir denken.
>> Normalerweise ist hinter der Frontlinse ein arretierter Spannring rund
>> um das Gewinderohr. Der muss ab, dann geht auch das Frontblech ab.
>
> Ok, habe ich gefunden, sitzt bombenfest... ich appliziere mal
> ein wenig Kriechöl und sehe dann weiter.
c) wenn der Ring außen runde Einbuchtungen hat, wird er in normaler
Richtung geschraubt; evtl. sanfte Gewalt anwenden. Ich gesteh es ungern,
aber so eine ordentliche Rohrzange ...
c2) man übersieht es leicht: der Ring um das Gewinderohr kann mit einer
halbrunden Schraube arretiert sein, die um 180° gedreht sein will.
c3) bei billigen Konstruktionen ist das nur ein Klemmring; der will dann
irgendwie rausgehebelt werden. Obs sowas auch bei Compuren gab, weiß ich
aber nicht.
> Mittlerweile habe ich im Netz Fotos von diversen offenen
> Compuren gefunden. Der Selbstauslöser scheint direkt hinterm
> Auslösehebel zu sitzen.
Das dürfte von der speziellen Konstruktion deines Compur abhängen.
Ich
kennen zwei Typen. Wenn du einen roten Hebel für den Vorlauf hast, dann
ist der unten. Und da ist dann sonst nix als der Vorlaufkram. Wenn der
Vorlauf durch Entriegeln einer Sperre oben mittig und Weiterschieben des
Spannhebels bedient wird, dann ist das Uhrwerk iirc von vorne ins
Gesicht gesehen oben rechts gleich neben dem Langzeitwerk.
Je nach Typ bietet es sich an, am Schaft des roten Hebels vorbei oder
durch den Führungsschlitz des Spannhebels Benzin zu träufeln. Das hat
hier schon oft gar wundersam gewirkt. Oft aber nur kurzfristig.
> Mittlerweile habe ich noch 2 weitere Baustellen aufgemacht (man
> braucht ja Abwechsung...), eine Kiev 60 mit langen Zeiten, die
> wie 1/60 laufen, und ein Kaleinar 2,8/150 mit toter Springblende
> warten auch noch auf mich :-)
Man gönnt sich ja sonst nix.
mfg u.e.
Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: Ulrich Witteulrich engel am 02 Aug 2006:
> Ulrich Witte schrieb:
>
>> Ja, habe ich versucht, aber es bewegt sich keinen Millimeter.
>
> Dann kommen jetzt die hardcore Methoden; wahlweise einzeln oder
kombiniert:
>
> b) Benzin in den Schlitz, in dem sich der Spannhebel bewegt (oder
> bewegen soll). Ich kann am besten mit einem Pinsel max. 0-1 dosieren.
> Spritze dürfte zu leicht zu viel abgeben. Dann sitzt das Zeuch auf
den
> Lamellen, Rest kannste dir denken.
Das hat geholfen. Der Selbstauslöser ließ sich dann mit sanfter
Gewalt zum Ablaufen bringen.
> c) wenn der Ring außen runde Einbuchtungen hat, wird er in normaler
> Richtung geschraubt; evtl. sanfte Gewalt anwenden. Ich gesteh es ungern,
> aber so eine ordentliche Rohrzange ...
Es sind 2 Ringe übereinander, ein schwarzer mit 2 Schlitzen für
einen Spanner, und darunter ein silberfarbener mit runden
Einbuchtungen außen.
>> Mittlerweile habe ich im Netz Fotos von diversen offenen
>> Compuren gefunden. Der Selbstauslöser scheint direkt hinterm
>> Auslösehebel zu sitzen.
>
> Je nach Typ bietet es sich an, am Schaft des roten Hebels vorbei oder
> durch den Führungsschlitz des Spannhebels Benzin zu träufeln.
Das hat
> hier schon oft gar wundersam gewirkt. Oft aber nur kurzfristig.
Er hat keinen extra Hebel zum Auslösen, sonder man betätigt nur
den Auslöser. Aber das Benzin hat ja nun geholfen.
Ich werde wohl in Zukunft drauf verzichten, den Selbstauslöser zu
benutzen :-)
Ulrich
--
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Compur-Verschluss - Selbstausloeser laeuft nicht los
Autor: Ulrich Witteulrich engel am 02 Aug 2006:
> Ulrich Witte schrieb:
[...]
>> Mittlerweile habe ich noch 2 weitere Baustellen aufgemacht (man
>> braucht ja Abwechsung...), eine Kiev 60 mit langen Zeiten, die
>> wie 1/60 laufen, und ein Kaleinar 2,8/150 mit toter Springblende
>> warten auch noch auf mich :-)
>
> Man gönnt sich ja sonst nix.
Tjo, die Kiev 60 ist nur mit viel Aufwand zu reparieren - sprich, es
lohnt sich nicht. Im Hemmwerk hat sich so ein verpresstes Zahnrad
(ein großes mit einem kleinen oben drauf) zerlegt, die beiden
Zahnräder
drehen jetzt unabhängig voneinander. Leider hemmt da dann nix mehr ...
Nach Studium von <http://www.geocities.com/pwillarney/kiev 60 shutter.html>
habe ich von einer weiteren Zerlegung abgesehen :-)
Und für deine Hilfe zum Compur habe ich hier noch ein Bild der
Korelle für dich :-) <http://fotos.cconin.de/temp/korelle1.jpg>
Ulrich
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