FOTOGRAFIE
Re: Akt
Autor: Benedikt SchenkerHallo Erhard,
On 24 Mai, 11:02, Erhard Schwenk wrote:
> Nein. Es soll ein schlechtes Bild sein, weil eine offensichtlich
> miserable Abbildungsleistung mit einer schlechten Lichtf
Re: Akt
Autor: Michael Jacobi
Re: Akt
Autor: Michael JacobiBenedikt Schenker wrote:
> Das sind Kriterien für *durchnittliche* Bilder, welche in jedem
> Amatuer-Fotoclub auf Lob und Wohlwollen stossen. Aber es sind keine
> Kritereien für gute Bilder. Insbesondere ist eine Verletzung einer
> oder mehrerer der aufgeführten "Regeln" kein alleiniger
Grund warum
> ein Bild "schlecht" sein soll.
> [...]
> Bei einem künstlerischen Foto ist das alles anders. Und bei einem Akt
> sowieso. Da führt die Einhaltung Deiner Regeln zu fantasieloser
> Dutzendware (ich meine hier technisch perfekte aber uninspirierte und
> ätzend langweilige Fotos [Stichwort: "Modellportait"]). Ich
ziehe das
> Bild von Nek. definitiv jedem dieser glatten, technisch perfekten aber
> toten Bilder vor.
>
> Und es ist mir auch weitestgehend egal ob die von Dir monierten
> ,,Fehler" bewusst eingebaut/geplant/gestaltet wurden oder nicht. Das
> Bild zählt.
Danke, Benedikt, Du bringst es auf den Punkt.
Im Übrigen offenbart sich bei dergleichen Diskussionen m.E. immer wieder
das
grundsätzliche Problem einer gewissen Techniklastigkeit in dieser NG.
Es ist ja wahr (und durchaus nichts Schlechtes), dass die digitale
Revolution in der Fotografie unsere Maßstäbe hinsichtlich
technischer
Kriterien wie Schärfe und Brillanz enorm gesteigert hat: Von dieser Warte
aus betrachtet, macht selbst der durchschnittliche Hobbyfotograf bzw.
Gelegenheitsknipser heutzutage definitiv bessere Bilder, als dies noch
vor 10 oder 20 Jahren der Fall war, und das ist auch gut so...
Nur - die künstlerische Seite ist eben letztlich eine völlig andere
Baustelle.
Man müsste einmal die Probe aufs Exempel wagen und hier eine Reihe von
weniger bekannten Bildern bekannter/berühmter FotografInnen der, sagen
wir,
1950er bis 70er Jahre zur BK stellen. Ich möchte beinahe darauf wetten,
dass es in den Antworten dutzendweise Rufe nach der "Tonne" hageln
würde:
durchgefallen, weil unscharf, abgesoffen in den Schatten etc. pp...
Und eben dies fände ich - so ich denn Recht behielte - schon etwas
bedenklich.
Insofern kann ich sogar nachvollziehen, wenn ein Nek Oggo, um sich aus
dem Einheitsbrei hervorzuheben, einen offenbar
bewusst antiperfektionistischen Ansatz verfolgt (man könnte ihn
als retro oder gar neo-primitivistisch etikettieren, wenns auf
Etiketten denn ankäme); mein Problem damit war bislang nur, dass Mister O.
sein Vorgehen dermaßen *übertrieben* hatte, dass seine Fotos
für meinen
Geschmack zu (*un*freiwilligen?) Parodien ihrer selbst gerieten - welche
völlig zu Recht deutlichen Widerspruch in der NG provozieren mussten...
VG
Michael