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Konzertfotos - nein danke?

Autor: Johannes Kerstiens
2007-06-29 18:46:34

Tag zusammen.

Nein, mir geht es nicht um Technik oder Gestaltung, sondern um Eure
Erfahrungen zum Thema "Fotografieren nicht erwünscht". OT?

Aufhänger ist mein gestriges Erlebnis in Münster, Skater Palace, wo Kettcar
das Eröffnungskonzert zur diesjährigen Tour spielte. Der akribische
Taschencheck am Einlass förderte meine eher kleine Spiegelreflexkamera mit
der noch zierlicheren 50er Festbrennweite zum Vorschein, weitere Ausrüstung
hatte ich nicht.

Türsteher: "Was!? Profikamera? Kommste nicht mit rein. Oder haste
Presseausweis?"
Ich im Schönwetterredemodus: "Habe leider keinen kleineren Fotoapparat,
möchte doch nur ein paar persönliche Erinnerungen festhalten, ..."
Türsteher mit herbeigerufenem Kollegen: "Ne, is nich, sorry."

Dass man auf Festivals nur kleine Kameras mitnehmen darf, war mir bekannt.
Das habe ich aber darauf zurückgeführt, dass dort eigentlich alle
potenziellen schweren Wurgeschosse verboten sind. Aber beim Konzert einer,
sagen wir mal, Charts-unverdächtigen Band wie Kettcar? Sogar falls ich
vorgehabt hätte, Fotos zu veröffentlichen, würde ich das eher als
kostenlose, ehrenamtliche Promotion einstufen.

Auf der Fotogalerieseite von <http://www.kettcar-musik.de/>; lese ich: "Wer
noch noch schöne Fotos, Wallpaper oder ähnliches hat, kann das gerne per
eMail an: ... schicken!"

Tja, so wird das wohl nix...

Gruß
Johannes



Konzertfotos - nein danke?

Autor: springmauser@gmx.de (Dietmar Belloff)
2007-06-29 19:39:18




Konzertfotos - nein danke?

Autor: springmauser@gmx.de (Dietmar Belloff)
2007-06-29 19:39:18

Johannes Kerstiens wrote:

> Türsteher: "Was!? Profikamera? Kommste nicht mit rein. Oder haste
> Presseausweis?"
> Ich im Schönwetterredemodus: "Habe leider keinen kleineren Fotoapparat,
> möchte doch nur ein paar persönliche Erinnerungen festhalten, ..."
> Türsteher mit herbeigerufenem Kollegen: "Ne, is nich, sorry."

Nix Neues - war hier schon öfter Thema und ist immer wieder das
Gleiche. Diese Jungs sind nicht zum Diskutieren an diesem Posten, die
haben Muskeln.

> Auf der Fotogalerieseite von <http://www.kettcar-musik.de/>; lese ich: "Wer
> noch noch schöne Fotos, Wallpaper oder ähnliches hat, kann das gerne per
> eMail an: ... schicken!"

Dann mail denen doch mal und schildere Deine Erfahrung.



--
Bye,
Dietmar



Konzertfotos - nein danke?

Autor: Marco Grau
2007-06-29 19:57:39

On Fri, 29 Jun 2007 18:46:34 +0200, Johannes Kerstiens
wrote:

>Türsteher: "Was!? Profikamera? Kommste nicht mit rein. Oder haste
>Presseausweis?"
>Ich im Schönwetterredemodus: "Habe leider keinen kleineren Fotoapparat,
>möchte doch nur ein paar persönliche Erinnerungen festhalten, ..."
>Türsteher mit herbeigerufenem Kollegen: "Ne, is nich, sorry."

Das passiert einem auch mit Presseausweis auf großen Festivals, wie
Wacken z.B. Aber auch nur weil die Jungs kontrolieren, ob man mit der
Kamera Filmen kann, nur das die Security sich dann auch mal die Zeit
nahm, jedenfalls beim seperaten "Presseeingang", sich erklären zu
lassen, warum das Filmen mit der EOS350D gar nicht möglich ist.

Man darf es den Jungs im Grunde nicht übel nehmen, und oft ist es auch
nicht die Band, die das Fotografieren nicht zuläßt, sondern das kommt
von ganz Oben, dem LableBoss, der dem Tourmanager einbläut, das ja
keine Fotos gemacht werden dürfen, es könnte dem LAbel ja eld damit
entgehen. Frage mich nur, warum auf noch keinem Konzert ein
Handyverbot ausgerufen wurde.

Es grüßt Marco



Konzertfotos - nein danke?

Autor: Andre Bialojahn
2007-06-29 23:53:49

Johannes Kerstiens schrieb:
> Tag zusammen.

Ja, Namth auch.

> Nein, mir geht es nicht um Technik oder Gestaltung, sondern um Eure
> Erfahrungen zum Thema "Fotografieren nicht erwünscht".

Ahhhh ja.

> OT?

Kaum.
Ausser Photographie ist in drf[1] eigentlich fast nichts Off-Topic.

> Aufhänger ist mein gestriges Erlebnis in Münster, Skater Palace, wo Kettcar
> das Eröffnungskonzert zur diesjährigen Tour spielte. Der akribische
> Taschencheck am Einlass förderte meine eher kleine Spiegelreflexkamera mit
> der noch zierlicheren 50er Festbrennweite zum Vorschein, weitere Ausrüstung
> hatte ich nicht.
>
> Türsteher: "Was!? Profikamera? Kommste nicht mit rein. Oder haste
> Presseausweis?"
> Ich im Schönwetterredemodus: "Habe leider keinen kleineren Fotoapparat,
> möchte doch nur ein paar persönliche Erinnerungen festhalten, ..."
> Türsteher mit herbeigerufenem Kollegen: "Ne, is nich, sorry."

Genau. Da hast Du aber noch richtig Glück gehabt.
Mir ging es vor einiger Zeit so, dass ein Mitarbeiter eines Krefelder
Kulturschuppens, in dem unlängst ein englischer Electro-Act auftrat im
Vorfeld meinte "Photographieren ist gar kein Problem. Die sind da alle
völlig locker.", ich die nicht gerade kleine D7D plus 50/1.7 gut
sichtbar und offen am Schultergurt durch den Eingang brachte (der Mensch
vor mir wurde auf seine verschlossene Hüfttasche angesprochen und
"Kamera dabei?" gefragt, was er verneinte), die ersten beiden Vor-Acts
auch prima durchphotographieren konnte und dann beim Haupt-Act nach
einer Viertelstunde rausgezogen wurde mit dem Hinweis, dass der
Veranstalter es nicht wolle, dass wir (direkt neben mir stand noch
einer, der mit einer Canon Dirgendwas und einem 2,8er Zoom unterwegs
war) photographieren.
So kanns einem auch gehen.

> Dass man auf Festivals nur kleine Kameras mitnehmen darf, war mir bekannt.
> Das habe ich aber darauf zurückgeführt, dass dort eigentlich alle
> potenziellen schweren Wurgeschosse verboten sind.

Ich meine, das eher darauf zurückführen zu können, dass man mit Handies
und Zoomkompakten keine "ordentlichen" Bilder machen kann, die sich -
an den Veranstaltern und der Gruppe vorbei - irgendwie vermarkten
lassen. Immerhin sind das dann von der Gruppe nicht freigegebene Bilder,
die die Leute ja auch mal betont unvorteilhaft zeigen könnten. Dass das
keiner will, ist - denke ich - klar.
"Eine andere Theorie besagt", dass die Künstler gern nur während der
Anfangszeit angebildet werden wollen, weil sie da noch frisch und
lecker aussehen. Es gab da mal eine "die erste drei Lieder"-Regelung,
die wohl bei Meat Loaf gegen eine "der erste Song und dann wars das"-
Regelung ersetzt wurde.

> Aber beim Konzert einer, sagen wir mal, Charts-unverdächtigen Band wie
> Kettcar? [...]

"Star-Allüren". *eg*
"Wir sind zwar keine Stars, wollen uns dann aber wenigstens ein bisschen
so verhalten."

Vergiß dabei nicht, den Veranstalter zu berücksichtigen. Die Bands sind
da auch nicht völlig frei in ihrem Tun.

> [...] Sogar falls ich vorgehabt hätte, Fotos zu veröffentlichen,
> würde ich das eher als kostenlose, ehrenamtliche Promotion einstufen.

Erstaunlich, wie sich doch die Einstufungen unterscheiden können,
nicht wahr?

Wenn Du auf Konzerten Bilder machen willst, wirst Du nicht umhin
kommen, Dir eine hochwertige Kompakte zu kaufen, die nach Allerwelts-
Billigknipse aussieht (es reicht, wenn die Leute an der Tür das Gerät
als solches identifizieren können) und die SLR Zuhause lassen müssen.

Und ganz idealerweise fragst Du vorher nach und läßt es Dir ganz
offiziell schriftlich geben. Dann kannst Du sogar Glück haben und
mit dem fetten Brocken reindürfen. Alles andere ist einfach nur
Glücksspiel.

Du kannst Dir natürlich auch eine Gruppe aussuchen und Dich zu deren
Hausphotograph machen lassen. Dann darfst Du sogar zu den anderen in
den Graben und kannst Dich austoben, bis Dir schwindlig wird und die
Speicherkarten glühen.

> Auf der Fotogalerieseite von <http://www.kettcar-musik.de/>; lese ich: "Wer
> noch noch schöne Fotos, Wallpaper oder ähnliches hat, kann das gerne per
> eMail an: ... schicken!"
>
> Tja, so wird das wohl nix...

Das ist auch immer eine Frage des Veranstalters, wie das mit dem
Photographieren gehandhabt wird.

Wenn es Dich gar zu arg nervt, schreib den Jungs halt eine E-Mail,
in der Du Deine Erfahrungen schilderst.
Die sind noch so klein, dass sie vermutlich sogar antworten werden.
Der Einfachheit halber werden sie dann wohl diesen Text löschen. >;-)

André

[1] Wie sagte hier mal einer?
"drf - die deutschsprachige Newsgroup für alles außer Photographie" -
oder doch zumindest sinngemäß.



Konzertfotos - nein danke?

Autor: Andreas Gugau
2007-06-30 00:00:56

Johannes Kerstiens schrieb:

> Nein, mir geht es nicht um Technik oder Gestaltung, sondern um Eure
> Erfahrungen zum Thema "Fotografieren nicht erwünscht". OT?
>
> Aufhänger ist mein gestriges Erlebnis in Münster, Skater Palace, wo Kettcar
> das Eröffnungskonzert zur diesjährigen Tour spielte. Der akribische
> Taschencheck am Einlass förderte meine eher kleine Spiegelreflexkamera mit
> der noch zierlicheren 50er Festbrennweite zum Vorschein, weitere Ausrüstung
> hatte ich nicht.
>
> Türsteher: "Was!? Profikamera? Kommste nicht mit rein. Oder haste
> Presseausweis?"

Tja, auch die Presse leidet. Die Kelly Family hat vor Jahren schon
vorgeschrieben, dass nur vom Mischpult aus mit 50 Millimeter
fotografiert werden darf. Verschiedene Künstler legen den Fotografen
kurz vor Konzertbeginn Knebelverträge vor (oft liefern die Agenturen
dann nicht). Den Vogel hat Beyoncé (osä.) abgeschossen, die das
Fotografieren nur in den ersten 30 Sekunden gestattet hat. Da hilft nur
eines: Boykott.

Grüße
Andreas

--

Fotos unter http://www.gugau-foto.de/

Schottland unter http://www.whisky-guide.de/



Konzertfotos - nein danke?

Autor: Hendrik Brixius
2007-06-30 00:33:15

Andreas Gugau schrieb:

> Tja, auch die Presse leidet.
...

Ich sehe das in Bezug auf die Pressefreiheit nicht so problematisch:

Bei solchen Konzerten handelt es sich um eine kommerzielle
Veranstaltung, bei denen man Leute gegen Eintritt in einen bestimmten
Raum läßt. Das Gleiche passiert im Kino, im Schwimmbad, in der Sauna, in
der Toilette, im Flugzeug, im Taxi, in der Autowaschanlage, auf dem
Campingplatz, in der Geisterbahn, in der Volkshochschule, bei diversen
Vorträgen und Seminaren, in der Disko, im Restaurant, im Internet
Kaffee, beim Arzt usw.

Bei einigen dieser Beispiele käme sicher nicht jeder auf den Gedanken,
dass man davon immer im Bild berichten müsse. :-)

> Da hilft nur
> eines: Boykott.

Das sehe ich auch so.

Die Berichterstattung bei solchen kommerziellen Konzerten ist wohl ein
gegenseitiges Geben und Nehmen: Ohne Berichte über die Künstler in den
Medien würde wohl niemand dort hingehen. Anderseits kaufen viele
bestimmte Zeitschriften, weil dort über die Künstler berichtet wird.

Einem breit angelegtem Medium wird es dagegen nicht viel ausmachen, wenn
es von einem Konzert eines bestimmten Künstlers mal keinen Bildbericht
bringt. So gesehen kann ich die Empörung über Fotoverbote auch nicht
ganz verstehen.

--
Schoene Gruesse,

Hendrik http://www.aachenfotos.de/



Konzertfotos - nein danke?

Autor: Andreas Gugau
2007-06-30 00:42:31

Hendrik Brixius schrieb:
> Andreas Gugau schrieb:
>
>> Tja, auch die Presse leidet.
> ...
>
> Ich sehe das in Bezug auf die Pressefreiheit nicht so problematisch:
[...]

>> Da hilft nur eines: Boykott.
>
> Das sehe ich auch so.
>
> Die Berichterstattung bei solchen kommerziellen Konzerten ist wohl ein
> gegenseitiges Geben und Nehmen: Ohne Berichte über die Künstler in den
> Medien würde wohl niemand dort hingehen. Anderseits kaufen viele
> bestimmte Zeitschriften, weil dort über die Künstler berichtet wird.
>
> Einem breit angelegtem Medium wird es dagegen nicht viel ausmachen, wenn
> es von einem Konzert eines bestimmten Künstlers mal keinen Bildbericht
> bringt. So gesehen kann ich die Empörung über Fotoverbote auch nicht
> ganz verstehen.
Ich kann diese Empörung sehr gut verstehen. Wenn das Fotografieren bei
einem solchen Ereignis eingeschränkt wird oder fast unmöglich ist, dann
hindert das die Presse an einer unabhängigen Berichterstattung. Wenn ich
ein Bild will, wo der Künstler angestrengt schaut, dann will ich kein
Hochganzbildchen, das irgendwo im trockenen Studio entstanden ist.

Wir müssen und schon klar darüber sein, was die Presse ist, was sie soll
und wie die das machen soll. Und um die Frage gleich zu beantworten: Die
Presse ist unabhängig. Und sie soll berichten. Objektiv bei Berichten,
im Umfang nach eigenem Ermessen und bei Meinungsbeiträgen (da nehme ich
Konzertkritiken mal dazu) nach eigener, unbeeinflusster Meinung. Und da
passt es eben nicht dazu, dass man der Presse vorschreibt, welche Bilder
sie bringen darf und welche nicht.

Die Pressefreiheit ist nicht umsonst im Grundgesetz verankert und auch
nicht umsonst ganz vorne dort niedergeschrieben. Und die Pressefreiheit
gilt es zu verteidigen. Denn wenn erstmal alle das gleiche schreiben,
dann ists schon zu spät. Und das fängt eben bei der Berichterstattung
von Konzerten an. Übrigens haben vor paar Jahren ein paar Parteien mal
das Gleiche probiert. Da allerdings war der Aufschrei noch größer.


Grüße
Andreas

--

Fotos unter http://www.gugau-foto.de/

Schottland unter http://www.whisky-guide.de/



Konzertfotos - nein danke?

Autor: fotoralf@gmx.de (Ralf R. Radermacher)
2007-06-30 02:04:28

Andreas Gugau wrote:

> Und das fängt eben bei der Berichterstattung
> von Konzerten an. Übrigens haben vor paar Jahren ein paar Parteien mal
> das Gleiche probiert. Da allerdings war der Aufschrei noch größer.

Von den Bilanzpräsentationen einiger französischer Großkonzerne (ELF,
Axa...) wurde aus jüngster Zeit ähnliches berichtet.

Mittlerweile wird es für Leute, die für Agenturen fotografieren, ja
schon schwierig, noch Bilder in Städten zu machen, Schließlich nehmen
die großen Agenturen aus Angst vor den Controlfreaks in den
PR-Abteilungen der Konzerne nichts mehr an, wo Reklame, Markenzeichen
etc. drauf zu sehen sind.

Das wird noch lustig. Cartier-Bresson, Doisneau, Boubat, Ronis und Co.
dürften sich heutzutage ein anderes Sujet suchen.

Ralf

--
Ralf R. Radermacher - DL9KCG - Köln/Cologne, Germany
private homepage: http://www.fotoralf.de
manual cameras and photo galleries - updated Jan. 10, 2005
Contarex - Kiev 60 - Horizon 202 - P6 mount lenses